09.10.2017

Ladesäule für die Steckdose

Die Lapp Systems GmbH stellt ein Mode 2 Ladesystem mit „In Cable Control and Protection Device“ (IC-CPD) vor. „Damit haben wir aus dem einstigen Notladekabel ein vollwertiges, mobiles Ladesystem gemacht. Es ist quasi eine Ladesäule zum Mitnehmen“, erklärt Karl Knezar, Leiter Automotive Business bei Lapp Systems.


Bild: Lapp

Lapp Systems kann ein Mode 2 Ladesystem anbieten, das die neue IEC-Norm 62752 erfüllt, die von 2018 an gilt. Diese legt die Schutzfunktionen beim Mode-2-Laden fest, darunter die Ableitströme am Fahrzeug. Hierfür enthält das Ladesystem einen Differenzstromsensor, der einen zu hohen Ableitstrom (ab 6 mA) über die Karosserie erkennt und bei Gefahr für den Nutzer ein mechanisches Relais trennt. Steckdosenseitig verhindern zwei Temperatursensoren eine Überlastung des Stromnetzes beziehungsweise der Steckdose.

 

Auf der Netzseite besitzt das Lapp-Ladesystem ein austauschbares Kabel, das 30 bis 60 Zentimeter lang ist und für alle gängigen Steckdosentypen in Europa und weltweit verfügbar ist. Auch eine Variante mit CEE-Stecker, also zum schnelleren Laden mit Drehstrom, steht zur Verfügung. Auf der Fahrzeugseite gibt es weltweit drei unterschiedliche Steckertypen, je nach Region, in die das Fahrzeug ausgeliefert wird. Die Einzelkomponenten des IC-CPD sind weltweit nach allen gängigen Normen zertifiziert, genauso wie das Gesamtsystem.

 

Während üblicherweise Standardladesysteme über eine Haushaltssteckdose maximal 3,7 Kilowatt schaffen, liefert das Ladesystem von Lapp Systems bis zu 32 Ampere einphasig und 16 Ampere dreiphasig. Das entspricht Leistungen bis zu 11 Kilowatt und bedeutet entsprechend verkürzte Ladezeiten.

 

Produziert wird das Ladesystem zusammen mit dem Industriepartner Heidelberger Druckmaschinen AG, der die Elektronik im Inneren der Box entwickelt hat. Das Ladesystem wird 2018 auf den Markt kommen und zunächst ausschließlich an Automobilhersteller vertrieben. Später sollen es auch Privatkunden kaufen können.

 

Ab dem 3. Quartal 2018 will Lapp ergänzend dazu eine App fürs Smartphone anbieten, die den Ladezustand der Batterie anzeigt und darüber informiert, wie lange das Laden noch dauert. Weitere Nutzungsmöglichkeiten mit der App sind denkbar. So könnte die App beispielsweise eine Tankkarte ersetzen, wenn der Fahrer eines Elektro-Dienstwagens zuhause laden und den Strom automatisch dem Arbeitgeber in Rechnung stellen möchte. Außerdem könnte die App beim Laden immer den günstigsten Stromtarif wählen.


 


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