11.10.2017

BVMed-Herbstumfrage 2017 zur Medizintechnik

BVMed hat die Entwicklung der Medizintechnik-Branche in Deutschland analysiert. Das Ergebnis belegt, dass die Exporte weiter gut laufen, aber die Inlandsentwicklung schwächelt.


Das erwartete Umsatzwachstum der Unternehmen liegt im Inland nach den Ergebnissen der BVMed-Herbstumfrage 2017 nur noch bei 2,8 Prozent und damit deutlich unter den Vorjahreswerten. Die weltweite Umsatzentwicklung bleibt dagegen mit einem Plus von 5,9 Prozent auf dem guten Vorjahresniveau.


Der ‚ÄěInnovationsklima-Index Medizintechnik‚Äú des BVMed fiel im vierten Jahr in Folge von einem Wert von 6,2 im Jahr 2013 auf nur noch 4,5 in diesem Jahr. Als gr√∂√üte Hemmnisse f√ľr die k√ľnftige Entwicklung der Medizintechnologie-Branche sehen die Unternehmen die gestiegenen Anforderungen und die steigenden Kosten f√ľr den Marktzugang durch die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung sowie f√ľr die Erstattung durch die langen Nutzenbewertungsverfahren.



Trotz der angespannten Situation im Inland ...

investieren die Unternehmen verst√§rkt in ihre deutschen Produktionsstandorte. 26 Prozent der befragten BVMed-Unternehmen erh√∂hen ihre Investitionen, 50 Prozent halten das Investitionsniveau. √Ąhnlich ist die Situation bei den Forschungsausgaben. 29 Prozent der befragten BVMed-Unternehmen erh√∂hen ihre Forschungsausgaben gegen√ľber dem Vorjahr, 45 Prozent halten das Niveau. Derzeit investiert die Branche 9 Prozent ihrer Ums√§tze in Forschung und Entwicklung.



Die Hemmnisse

Als gr√∂√ütes Hemmnis f√ľr die k√ľnftige Entwicklung der Medizintechnologie-Branche sehen die Unternehmen die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) an, die √ľberaus kritisch beurteilt wird. Als gr√∂√üte Hemmnisse der aktuellen nationalen Rahmenbedingungen werden von den MedTech-Unternehmen der Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften (62 Prozent) sowie innovationsfeindliche Einstellungen von Krankenkassen (50 Prozent) bezeichnet.



Die Job-Situation

Aufgrund der schwierig werdenden Rahmenbedingungen ger√§t der Jobmotor Medizintechnik in Deutschland ins Stottern. Nur noch 44 Prozent der Unternehmen schaffen in diesem Jahr zus√§tzliche Jobs (Vorjahr: 66 Prozent), 12 Prozent m√ľssen sogar Arbeitspl√§tze abbauen. Die Berufsaussichten f√ľr Fachkr√§fte in der MedTech-Branche sind dabei nach wie vor gl√§nzend. 91 Prozent der Unternehmen halten die Berufsaussichten f√ľr unver√§ndert gut bzw. besser.


Gesucht werden vor allem Ingenieure (38 Prozent), Medizintechniker (32 Prozent) und Wirtschaftswissenschaftler (24 Prozent). 88 Prozent der Unternehmen geben an, offene Stellen zu haben. Das ist gegen√ľber dem Vorjahr (85 Prozent) nochmals eine Steigerung. An der Spitze der offenen Stellen stehen Vertriebsmitarbeiter (61 Prozent), gefolgt von Marketing und Kommunikation (36 Prozent), Key Account Management (28 Prozent), Regulatory Affairs (22 Prozent) sowie Produktion (21 Prozent).


76 Prozent der Unternehmen haben dabei Probleme, die offenen Stellen zu besetzen (Vorjahr: 80 Prozent). Das betrifft vor allem den Vertrieb (38 Prozent), Regulatory Affairs (17 Prozent), das Key Account Management (15 Prozent), F√ľhrungskr√§fte im gehobenen Management sowie Marketing und Kommunikation (jeweils 14 Prozent).


 


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