11.12.2006

ZVEI-Prognose: Elektrotechnik- und Elektronikindustrie 2007

F√ľnf Prozent Wachstum


Der ZVEI erwartet f√ľr 2007 weiterhin ein Umsatzwachstum von 5% auf 184 Mrd. Euro in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. 2006 werde der Umsatz um mehr als 6% auf 175 Mrd. Euro zulegen. Damit erh√∂hte der Verband seine Prognose aus dem Sommer um gut einen Prozentpunkt. Noch im Juli ging der ZVEI von einer schw√§cheren Wachstumsdynamik in der zweiten Jahresh√§lfte aus. Erstmals seit 2000 komme das Wachstum nicht nur aus den Exportm√§rkten. Der Umsatz mit ausl√§ndischen Kunden w√ľrde mit einem Plus von gut 7% zum Wachstum beitragen, der Umsatz aus dem Inland mit plus 5%. Grund daf√ľr seien anziehende Investitionen der Unternehmen und eine verbesserte Anschaffungsneigung der Konsumenten gerade bei h√∂herwertigen und innovativen Markenprodukten.

 

Allgemein positiv

Die Wachstumsdynamik der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ziehe sich durch die ganze Branche. Im Jahr 2006 legten insbesondere Investitionsg√ľter mit durchschnittlich 8% Umsatzwachstum und Gebrauchsg√ľter mit ungef√§hr 5% Wachstum deutlich zu. Bei Gebrauchsg√ľtern wie Fernsehern, Waschmaschinen oder MP3-Playern habe neben zahlreichen Innovationen eine deutlich verbesserte Anschaffungsneigung einen zus√§tzlichen Nachfrageschub ausgel√∂st. Dazu beigetragen habe auch die Mehrwertsteuererh√∂hung zum 1. Januar 2007.

 

Bauelemente tanzen aus der Reihe

Einzige Ausnahme des guten Jahres 2006 sei der deutsche Markt f√ľr Bauelemente, der einen R√ľckgang um knapp 1% verzeichne. Als Ursache sieht der ZVEI den massiven Umsatzeinbruch bei Mikroprozessoren, insbesondere im Inland. Der ZVEI erwartet bereits 2007 wieder eine Ann√§herung des deutschen Bauelementemarktes an die anhaltend positive Entwicklung des Weltmarktes.

 

Zusätzliche Arbeitsplätze und Nachwuchsmangel

Das anhaltende Wachstum erzeuge auch Besch√§ftigungsimpulse in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Seit Jahresbeginn seien 8.000 zus√§tzliche Arbeitspl√§tze entstanden. Die Zahl der Kurzarbeiter habe dagegen den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Auch 2007 erwartet der ZVEI weitere Besch√§ftigungszuw√§chse in der gleichen Gr√∂√üenordnung wie in diesem Jahr. Problematisch f√ľr immer mehr Unternehmen der Branche sei der Mangel an Fachkr√§ften und Ingenieuren. Dies belegt erneut die gerade abgeschlossene ZVEI-Ingenieurumfrage 2006. Danach w√ľrden mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren mehr Elektroingenieure und Informatiker einstellen als 2005.

 

Risiken

Daneben gebe es auch eine Reihe von Risiken, die das Wachstum hemmen k√∂nnten. So dr√ľckten Preisr√ľckg√§nge und hohe Rohstoffpreise auf die Ertr√§ge. Au√üerdem beeintr√§chtige der starke Euro sowohl die Exporterl√∂se, als auch das Preisniveau im Euroraum. 2005 habe die Umsatzrendite nach Steuern nach der aktuellen ZVEI-Kennzahlenerhebung gut 3% betragen. 2006 sei hier zwar eine leichte Verbesserung zu erwarten, f√ľr 2007 zeichne sich aber schon wieder ein R√ľckgang der durchschnittlichen Ertr√§ge ab. Entsprechend eng seien deshalb die Verteilungsspielr√§ume f√ľr die kommenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie.


 


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