30.05.2005

ZVEI-Prognose: Bauelemente-Industrie in Deutschland

Zirka 3% Plus im Jahr 2005


Peter Bauer

Nach EinschĂ€tzung des ZVEI-Fachverbandes Electronic Components and Systems wird der deutsche Markt fĂŒr elektronische Bauelemente im Jahr 2005 um knapp 3% auf 17,7 Mrd. Euro wachsen (2004: 17,3 Mrd. Euro, +9%). In den wesentlichen Abnehmerbranchen wird fĂŒr 2006 in Deutschland ein Umsatzplus von gut 6% prognostiziert. Peter Bauer (Bild), Vorsitzender des Fachverbandes meint: „Nach einer leichten Wachstumsdelle 2005 sehen wir fĂŒr den Inlandsmarkt der elektronischen Bauelemente wieder ein Anziehen der MĂ€rkte im kommenden Jahr".

 

Halbleiter legen zu

 

WĂ€hrend der Bereich der Halbleiter-Bauelemente das vergangene Jahr mit einem Plus von 11,3% auf 11,3 Mrd. Euro abschließen konnte, wird fĂŒr das laufende Jahr mit einer moderaten Umsatzentwicklung von 3,4% (11,7 Mrd. Euro) gerechnet. Nach den Prognosen des ZVEI ist im kommenden Jahr wieder mit höheren UmsĂ€tzen im Bereich der Halbleiter zu rechnen. Sie sollen, basierend auf Entwicklungen in der Datentechnik, der Telekommunikation und der Kfz-Elektronik bei 8,3% liegen.

 

Passive ohne Aufschwung

 

Nachdem die Passiven Bauelemente bereits das vergangene Jahr mit einem leichten Minus von 0,4% und einem Umsatzvolumen von 1,3 Mrd. Euro abgeschlossen haben, erwartet der ZVEI auch in diesem Jahr keine wesentlichen VerĂ€nderungen der MĂ€rkte. Der leichte UmsatzrĂŒckgang ist neben einem flachen Konjunkturverlauf nicht unwesentlich durch den Verlagerungstrend bei den EndgerĂ€teherstellern im Bereich der Telekommunikation und der Unterhaltungselektronik bedingt. So wird auch im kommenden Jahr nicht von einer spĂŒrbaren Erholung der MĂ€rkte der Passiven Bauelemente ausgegangen.

 

Elektromechanik im Aufwind

 

Mit dem zunehmenden Einsatz sowohl von Kfz- als auch Industrie-elektronik wĂ€chst der Bedarf an elektromechanischen Bauelementen, wie Schaltern, Steckverbindern und GerĂ€teschutzsicherungen. Nach einem moderaten Wachstum von 4,4% im Jahr 2004 auf 2,6 Mrd. Euro wird fĂŒr das laufende Jahr fĂŒr den inlĂ€ndischen Markt mit einem weiteren Anstieg der UmsĂ€tze um knapp 2% gerechnet. FĂŒr 2006 erwartet der ZVEI ein etwas geringeres Wachstum von 1,5% auf einen Umsatz von 2,7 Mrd. Euro.

 

Leiterplattenfertigung positiv

 

Der inlĂ€ndische Leiterplattenmarkt konnte das vergangene Jahr positiv mit einem Wachstum von 3,4% auf 1,43 Mrd. Euro schließen. FĂŒr 2005 rechnen der Verband der Leiterplattenindustrie beim ZVEI mit einem weiteren moderaten Anziehen der MĂ€rkte von gut zwei Prozent auf 1,46 Mrd. Euro, wobei sich dieses Wachstum auch im kommenden Jahr fortsetzen dĂŒrfte. Die insbesondere in der Automobilelektronik als TrĂ€ger fĂŒr elektronische Bauelemente eingesetzten integrierten Schichtschaltungen werden nach einem krĂ€ftigen Umsatzplus von 26% im vergangenen Jahr auch 2005 positiv, wenn auch nur einstellig zulegen. So wird mit einem Plus von 4,5% auf ein Marktvolumen von 626 Mio. Euro im laufenden Jahr gerechnet.

 

Elektronische Baugruppen mit 5% Zuwachs

 

FĂŒr die elektronischen Baugruppen konnte der inlĂ€ndische Markt im vergangenen Jahr ein Wachstum von 5,3% auf einen Umsatz von 20,7 Mrd. Euro aufweisen. Die moderat positive Marktentwicklung kann voraussichtlich fĂŒr das laufende und das kommende Jahr fortgeschrieben werden. So wird mit MarktzuwĂ€chsen von knapp fĂŒnf Prozent in diesem und im kommenden Jahr gerechnet.

 

Europa und Weltmarkt

 

Bedingt durch die Änderungen des Wechselkurses des Euro gegenĂŒber dem US-Dollar weichen die Marktstatistiken in Euro und US-Dollar wie bereits im vergangenen Jahr erheblich voneinander ab. Das Wachstum, ausgedrĂŒckt in Euro, fĂ€llt im internationalen Kontext niedriger aus. Da viele deutsche und europĂ€ische Firmen ihre Produkte in Dollar fakturieren, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf deren Ertragslage.

 

Der europĂ€ische Markt fĂŒr Bauelemente konnte im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von knapp 16% verzeichnen. Dies entspricht einem Umsatz von 60,4 Mrd. US$. Im laufenden Jahr geht man von einer anhaltend positiven Entwicklung und einem Marktwachstum von 3,8% (62,7 Mrd. US$) aus.

 

Nach einem krĂ€ftigen Umsatzplus des Weltmarktes im Jahr 2003 von 14,1% auf 268 Mrd. US$, konnte dieser Trend im vergangenen Jahr mit 21% auf 324 Mrd. US$ Umsatz fortgeschrieben werden. FĂŒr das laufende Jahr wird auf Dollar-Basis mit einem weitaus schwĂ€cheren Anstieg des Weltmarkts um magere 1,8% auf 329 Mrd. US$ gerechnet. Auf Euro bezogen werden die MĂ€rkte der elektronischen Bauelemente 2005 ein leichtes Umsatzminus von 2,3% auf 255 Mrd. Euro hinnehmen mĂŒssen.

 

Kfz-Elektronik dominiert den Markt

 

Unter den Produktsegmenten nimmt die Kfz-Elektronik nach wie vor eine dominierende Stellung in der Bauelemente-Industrie ein. Die Datentechnik, mit einem Umsatzvolumen von vier Mrd. Euro im vergangenen Jahr (plus 14,8%), folgt der Kfz-Elektronik, die 2004 mit einem Umsatz von 5,7 Mrd. Euro (plus knapp 8%) abschließen konnte. Das Segment der Telekommunikation als drittstĂ€rkster Bereich verbuchte 2004 ein Umsatzplus von knapp 10%, was einem Marktvolumen von 3,7 Mrd. Euro entspricht. Das laufende Jahr werden alle drei Bereiche mit einem Plus abschließen können. So wird erwartet, dass die Kfz-Elektronik (sechs Mrd. Euro), gefolgt von der Datentechnik (4,1 Mrd. Euro) und der Telekommunikation (3,8 Mrd. Euro) ihre Anteile am Gesamtmarkt der Bauelemente weiter ausbauen können.

 

Durch immer komplexere und innovative Anwendungen im Bereich der Fahrsicherheit, der Motorsteuerung, aber auch des Fahrkomforts kommen Applikationen wie Transpondersysteme fĂŒr Keyless Entry/-Go, ReifendruckĂŒberwachungselektroniken und neue Anwendungsfelder im Bereich der KraftstoffzufĂŒhrung in der Kfz-Elektronik zum Einsatz. Der immer weiter zunehmende Anteil an Elektronik im Auto fĂŒhrt auf der einen Seite zum stabilen Wachstum dieses fĂŒr die deutsche Bauelemente-Industrie wichtigen Segmentes, bedingt allerdings auch neue Herausforderungen. So gab es QualitĂ€tsprobleme bei einigen Kfz-Herstellern, die zu RĂŒckrufaktionen gefĂŒhrt haben. Der im weltweiten Vergleich sehr starke Trend zu Innovationen in deutschen Automobilen fĂŒhrt zu einem immer komplexeren, wechselseitigen Zusammenspiel der elektronischen Komponenten und der Systemumgebung und kann unter extremen Einsatzbedingungen zu AusfĂ€llen fĂŒhren.

 

Der ZVEI hat diese Thematik im vergangenen Jahr bereits mit Systemzulieferern und Komponentenherstellern in verschiedenen interdisziplinÀren Arbeitsgruppen aufgegriffen.

 


 


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