05.11.2018

Spectaris prognostiziert für 2018 über 30 Mrd. Euro Umsatz für die Medizintechnik-Branche

Der Branchenverband Spectaris hat die Entwicklung der deutschen Medizintechnik-Branche in diesem Jahr analysiert und eine Jahresendprognose abgegeben. Demnach wird die Branche 2018 erstmals die 30-Milliarden-Euro-Umsatzgrenze überschreiten. Neben dem Umsatzwachstum rechnet Spectaris auch mit steigenden Mitarbeiterzahlen. Kritisch wird jedoch die neue Medizinprodukteverordnung gesehen.


Grafik: Spectaris (zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

Die deutschen Medizintechnikhersteller blicken zuversichtlich auf das laufende und zurückhaltender auf das bevorstehende Jahr, so die Einschätzung des Branchenverbands Spectaris. Für 2018 wird mit einem Umsatzplus von etwa vier bis fünf Prozent gerechnet, so dass – nachdem das Ziel 2017 knapp verpasst wurde –erstmalig die 30-Milliarden-Euro-Marke überschritten werden könnte.


Laut der vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes erzielten die Unternehmen zwischen Januar und Juni 2018 ein Umsatzplus von insgesamt 3,8 Prozent. „Die Geschäftsentwicklung entspricht damit weitgehend unseren Erwartungen, wir rechnen mit einem Gesamtumsatz von rund 31 Milliarden Euro“, betont Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer.


Vor allem das Auslandgeschäft bringt positive Impulse. Auch für die Beschäftigtenzahl weisen die Prognosen einen Zuwachs aus. Es wird erwartet, dass die Mitarbeiterzahl in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten um vier Prozent auf 143.000 ansteigen wird.



Für 2019 ...

wird mit einem weiteren Umsatzplus von etwa vier Prozent gerechnet. Die rund 1.300 Betriebe mit jeweils mehr als 20 Beschäftigten würden dann einen Umsatz von mehr als 32 Milliarden Euro erwirtschaften. Inklusive Kleinstbetriebe zählen etwa 12.300 Unternehmen mit rund 200.000 Mitarbeitern zur deutschen Medizintechnikindustrie. Das erwartete Beschäftigungsplus beläuft sich für 2019 auf rund drei Prozent.


„Das Wachstumspotenzial ist nach wie vor hoch. Europa und den USA bilden weiterhin eine gute Basis für Medizintechnik-Geschäfte der Unternehmen, aber die Schwellenländer geben den Ausschlag“, erklärt Mayer. „Der größte Erfolgsfaktor für die Branche ist und bleibt die Digitalisierung. Unsere Unternehmen müssen es schaffen, die Geburtswehen des digitalen Geschäfts zu meistern und als neu positionierte Unternehmen aus der Transformation hervorzugehen.“


Die erfolgskritischen Themen reichen vom vernetzten Krankenhaus und OP-Saal, Big Data, Telemedizin und dem 3D-Druck über Computer-assistierte Interventionen und Robotik bis hin zu Feedback-gekoppelten oder diagnostischen Implantaten. Wie wichtig die Digitalisierung für die Branche noch werden wird, verdeutlicht auch eine neue, von SPECTARIS und der Messe Düsseldorf in Auftrag gegebene Roland-Berger-Studie, die auf der Eröffnungspressekonferenz der MEDICA vorgestellt wird.



Ungeklärte Fragen

Doch der Verband der Hightech-Industrie sieht auch Gefahren für die Branche, die das Wachstum hemmen könnten. „Die weltweit um sich greifenden protektionistischen Maßnahmen sind Gift für unsere Unternehmen“, erklärt Mayer. „Die zunehmende Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China betrachten wir daher mit Sorge.“


Die neue Medizinprodukteverordnung aus Brüssel (MDR) gefährde laut Spectaris Innovationen, weiteres Wachstum und Produktverfügbarkeit. Viele Fragen zur praktischen Umsetzung der Verordnung seien noch offen, die Probleme der Unternehmen im Angesicht von MDR-bedingter Zeitnot und Engpässen beim Marktzugang seinen noch nicht gelöst.



Die Entwicklung des Weltmarktes

Die Marktforscher von EvaluateMedTech prognostizieren für die kommenden Jahre ein deutliches Wachstum des Weltmarktes für Medizintechnik. Die Marktgröße soll, ausgehend von 405 Mrd. US$ im Jahr 2017, im Jahr 2024 einen Wert von etwa 595 Mrd. US$ erreichen.


 


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