SerDes-Bauelemente für vier Daisy-Chain-Displays im Automobil

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Die SerDes-Familie APIX3 von Inova Semiconductors wurde um Videokanäle für Daisy-Chain-Display-Architekturen erweitert. Die Transmitter-Bausteine ermöglichen die gleichzeitige Übertragung von mehreren Videos, Audio, Ethernet und Daten in Echtzeit mit bis zu 12 GBit/s.



Die Transmitter-ICs INAP567TAQ und INAP597TAQ sind zwei neue Mitglieder der APIX3-SerDes-Produktfamilie. APIX (Automotive Pixel Link) ist eine mehrkanalige SerDes-Technologie (Serialiser/Deserialiser), die von Inova für hochauflösende Videoanwendungen im Automobilbereich entwickelt wurde. Die ICs kommen vor allem in Fahrzeug-Cockpits und Infotainment-Systemen zum Einsatz. Die neueste APIX3-Generation kann mehrere Display-Verbindungen auch mit hintereinander geschalteten Displays mit einer Bandbreite von bis zu 12 GBit/s herstellen. Sie unterstützt HD- und Ultra-HD-Displays.


Technische Details

  • Die Sender-ICs INAP567TAQ und INAP597TAQ bieten eine DisplayPort-1.4a-Videoschnittstelle mit Unterstützung von Single-Stream- (SST) oder Multi-Stream-Transport (MST) für bis zu vier Videos mit jeweils bis zu 360MHz Pixeltakt. Es stehen bis zu vier DP-Lanes mit je maximal 5,4 GBit/s (HBR2) sowie ein AUX-Datenkanal mit 1 MBit/s zur Verfügung.
  • Der INAP597TAQ unterstützt zusätzlich die Verschlüsselung von audiovisuellen Inhalten nach dem HDCP 2.3-Standard. Als HDCP-Repeater zwischen dem DisplayPort und dem APIX3-Link überträgt er das verschlüsselte Video vom SOC an entsprechende APIX3-Empfängerkomponenten. Alle notwendigen HDCP-Schlüssel werden individuell in jeder Komponente gespeichert.
  • Die Bauelemente sind für gängige Automobil-Displays (z.B. 2880 x 1080 x 24 Bit, 60Hz) ausgelegt. Über Tunneling und Übertragung von VESA DSC-komprimierten Videodaten sind auch Videoauflösungen mit bis zu 8190 aktiven Pixeln pro Zeile und Farbtiefen bis zu 30 Bit möglich. Optionale Video-CRC und vier fehlergesicherte AShell-Datenübertragungskanäle unterstützen die Implementierung von sicherheitskritischen Verbindungen zu mehreren Empfängern.
  • SPI-Schnittstellen sind für die lokale oder Remote-Konfiguration der Bauelemente sowie bidirektionale Datenübertragung mit bis zu 30 MBit/s verfügbar. Vier GPIOs ermöglichen die Übertragung von Anwendersignalen direkt zum oder vom Empfänger über den APIX3-Link. Die Bauelemente unterstützen über ihre medienunabhängige Schnittstelle (MII, RMII, RGMII) die Übertragung von 100 MBit Ethernet nach dem IEEE-Standard sowie über I²S bis zu acht Audiokanäle.
  • Die Transmitter-ICs können über QTP- oder STP-Kabel eine APIX2-Verbindung oder zwei APIX3-Verbindungen mit allen kompatiblen Empfängern herstellen. Die Bauelemente unterstützen EMV-freundliche Betriebsmodi mit festen Bandbreiten von 1, 5, 3 oder 6 GBit/s im Single-Lane-Modus oder 3, 6 oder 12 GBit/s im Dual-Lane-Modus mit einem fest eingestellten Rückkanal von 187,5 MBit/s.
  • Im APIX3-Modus passt das automatische Link-Training den APIX3-Link an das Kabelmedium an. Dadurch wird eine stabile Übertragung erreicht. Mit Diagnosefunktionen unterstützt APIX3 sicherheitsrelevante Anwendungen. Die Produkte erfüllen laut Anbieter die Anforderungen der Automobilindustrie hinsichtlich elektromagnetischer Störfestigkeit und Widerstandsfähigkeit.



Verfügbarkeit und Anwendungen

Die APIX3-Sender INAP567TAQ und INAP597TAQ sind ab sofort verfügbar. Alle Bauelemente sind gemäß AEC-Q100 qualifiziert und arbeiten in einem Temperaturbereich von -40°C bis +105°C. Die Halbleiter-ICs befinden sich in einem 151-poligen aQFN-Gehäuse. Die APIX3-Technologie wurde auch an Socionext lizenziert.

Typische Anwendungen sind Infotainment-Systeme, Kombi-Instrumente und Head-up-Displays in Fahrzeugen, bei denen mehrere Displays in einer Daisy-Chain an einen Transmitter-Baustein angeschlossen werden. Die APIX3-Bauelemente sind rückwärtskompatibel zur APIX2-Produktfamilie.

 

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