Das internationale medizinische Projekt von Würth Elektronik und Powered Orthotics betrifft die intelligente Orthese MotionMate, die es Betroffenen ermöglicht, wieder kontrollierte Greifbewegungen auszuführen. Dafür entwickelte Würth Elektronik einen speziell zugeschnittenen Transformator.
Wer braucht das?
MotionMate ist als offene Handschuhorthese für Menschen mit eingeschränkter Handfunktion konzipiert, beispielsweise nach einem Schlaganfall oder Unfall. Weltweit sind etwa 100 Millionen Menschen betroffen, davon zirka 550.000 in Deutschland.
Wie funktioniert das?
Das System nutzt Elektromotoren und Seilzugmechaniken, um die Finger aktiv zu schließen und (anders als viele bestehende Lösungen) auch aktiv zu öffnen. Das ermöglicht eine kontrollierte Unterstützung von Greifbewegungen, basierend auf dem Funktionsprinzip natürlicher Sehnen.
Damit Träger das Gerät selbstständig anlegen können, sind Batterien und Aktuatoren in einer separaten Gürteltasche (650g) untergebracht. Dadurch bleibt die Orthese selbst mit 160g leicht. Je nach Grad der Beeinträchtigung des Benutzers wird das System über Bewegungssignale gesteuert. Dafür lässt sich eine über Bluetooth verbundene Steuereinheit an verschiedenen Körperstellen anbringen, beispielsweise am Kinn, am Ellbogen oder an der gegenüberliegenden Hand. Darüber hinaus kann das System per Smartphone-App oder Sprachsteuerung bedient werden.
Der angepasste Transformator
- Die Stromversorgung sollte kompakt und effizient sein und die strengsten Sicherheitsstandards der Schutzklassen IEC 60601-1 und 1 MOPP (Means of Patient Protection) erfüllen.
- Benötigt wurde ein Flyback-Transformator mit einer Eingangsspannung von 12 bis 15V, einer Ausgangsspannung von 12V und einer Stromstärke von 1,5A.
- Der Transformator hat Abmessungen von 21,5mm x 29mm x 12mm und wiegt 11,2g. Er arbeitet mit einem Wirkungsgrad von 98 Prozent und ist für die automatisierte Massenfertigung optimiert.
- Neben dieser Sonderanfertigung kommen in der Orthese auch weitere Komponenten von Würth Elektronik zum Einsatz. Zur Entwicklungsunterstützung gehören Tests in den Labors von Würth Elektronik in Waldenburg, beispielsweise zur Bewertung der Stoß- und Vibrationsfestigkeit sowie der Temperaturwechselbeständigkeit.
Der Weg zur Serienproduktion
Nach dem ersten Prototyp werden 15 weitere Einheiten hergestellt und von Anwendern im Alltag erprobt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend in die Serienproduktion ein, die 2026 anlaufen soll. Die Fertigung übernimmt Elbe Electronic.









