Ladesteuerung im CCS-Inlet

LADETECHNIK AUTOMOTIVE

Für das Laden schwerer Elektrofahrzeuge hat Phoenix Contact die Ladesteuerung direkt in ein CCS-Inlet integriert.



Das CCS-Inlet CHARX connect advanced einen neuen Standard für das Laden schwerer Elektrofahrzeuge verfügt über eine integrierter Steuerung und trennbare HV-Leitungen. Die komplette Fahrzeug-Ladesteuerung ist dabei direkt in ein serienreifes CCS-Inlet eingefügt. Damit entwickelt sich das Inlet von der reinen Ladeschnittstelle zum intelligenten Kern des gesamten Ladevorgangs.


Warum ist das nützlich?

Konventionelle fahrzeugseitige High Power Charging-Systeme bestehen bisher aus mehreren Einzelkomponenten, darunter ein CCS-Inlet, ein externer Ladecontroller sowie die Verkabelung. Diese Architektur beansprucht Bauraum, erhöht die Komplexität und birgt zusätzliche Fehlerquellen.

CHARX connect advanced vereint die Mechanik sowie die fahrzeugseitigen Kommunikations- und Ladesteuerungsfunktionen in einem Bauteil. Die PLC-Kommunikation sowie alle relevanten Ladeprotokolle werden direkt im Inlet verarbeitet. Die bis dato notwendige Systemkomponente „externer Ladecontroller“ entfällt, ebenso wie zahlreiche Schnittstellen und Verkabelungspunkte.


Flexibilität für Fahrzeugentwickler

Durch die Einbindung der Steuerung in das Inlet ergeben sich für Systemintegratoren und Fahrzeughersteller von elektrischen Bussen, LKW und Nutzfahrzeugen Vorteile. Der Bauraumbedarf und das Systemgewicht werden verringert, während die Reduzierung von Schnittstellen potenzielle Fehlerquellen minimiert. Die Anbindung erfolgt über definierte CAN‑Schnittstellen, ergänzt durch Service- und Diagnosekonzepte. Zudem ermöglicht die modulare Ausführung der Kabelabgänge – wahlweise gerade oder im 90°‑Winkel nach links oder rechts – eine Integration in unterschiedliche Fahrzeugarchitekturen. Dadurch eignet sich CHARX connect advanced für verschiedene Fahrzeugsegmente – vom städtischen Bus über den Langstrecken-LKW bis zu Bau- und Kommunalfahrzeugen.


Technische Details

Für den Einsatz im Schwerlastbereich ist das Inlet auf hohe Leistung ausgelegt. CHARX connect advanced unterstützt Ladeleistungen von 800A im Boost Mode und erfüllt laut Anbieter alle relevanten Normen und Sicherheitsanforderungen: ISO 15118 und DIN 70121, VDV 261 für Busanwendungen, funktionale Sicherheit bis ASIL B gemäß ISO 26262 sowie die Vorbereitung auf UNECE R155/R156 (Cyber Security). Die steckbaren Hochvoltleitungen ermöglichen den werkzeuglosen Austausch des Inlets, ohne dass Kühlkreisläufe oder angrenzende Fahrzeugbaugruppen geöffnet werden müssen.

Muster des CCS-Inlets CHARX connect advanced sind ab sofort erhältlich und können für Tests und Integrationsprojekte bestellt werden. Die Serienverfügbarkeit des vollständig serienreifen Produkts ist für das dritte Quartal 2026 geplant.