Infineon übernimmt nicht-optischen Sensorbereich von ams Osram

Merger & Aquisitions 2026

Für 570 Mio. Euro verkauft ams Osram einen Teilbereich seines Sensorgeschäfts an Infineon. Der Verkauf unterliegt noch den üblichen Bedingungen, einschließlich behördlicher Genehmigungen und soll im zweiten Quartal 2026 abgeschölossen sein.



Das Segment an nicht-optischen Analog-/Mixed-Signal-Sensoren für Automotive, Industrie und Medizin veräußert ams Osram an Infineon. Der Kaufpreis beträgt 570 Mio. Euro. Noch im zweiten Quartal 2026 soll die Übernahme abgeschlossen sein.

  • Nach dieser Transaktion will sich ams Osram auf den Bereich Digital Photonics fokussieren, was intelligente optische Halbleiter für Lichtemission und Sensorik umfasst. Dazu gehören auch optische Emitter mit Treiber- und Power‑Management‑ICs sowie optische Sensoren und Sensormodule. Einsatzgebiete sind die Automobilindustrie, Augmented-Reality Brillen, die Biosensorik, Robotik, optische Datenverbindungen für KI-Rechenzentren und weitere zukünftige Anwendungen.
  • Das veräußerte Geschäft erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von zirka 220 Mio. Euro und ein bereinigtes EBITDA von etwa 60 Mio. Euro.
  • Das traditionelle Automobil-Lampengeschäft von ams Osram inklusive des Ersatzlampengeschäfts verbleibt im Konzern.
  • Die Gruppe mit Hauptsitz in Premstätten/Graz (Österreich) und einem Co-Hauptsitz in München erzielte 2024 einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Rund 19.700 Beschäftigte gehören zum Unternehmen.
  • Im Juli 2025 ging das Unterhaltungs- & Industrielampengeschäft von ams Osram für 114 Mio. Euro an ein japanisches Unternehmen. Das betraf seinerzeit zirka 500 Beschäftigte, die zum Käufer wechselten.


Infineon will …

mit der Investition seine Position im Bereich der Sensoren für Automobil- und Industrieanwendungen durch ein komplementäres Portfolio verstärken und seine die Produktpalette bei Sensoren für medizinische Anwendungen erweitern.

  • Infineon erwartet für das erworbene Geschäft einen Jahresumsatz von zirka 230 Millionen Euro. Es werden ungefähr 230 Beschäftigte in die Infineon- Geschäftseinheit „Sensor Units & Radio Frequency“ übernommen.
  • Die Transaktion beinhaltet keine Produktionsstätten. Sie umfasst Sensorprodukte, F&E-Kapazitäten, geistiges Eigentum sowie Test- und Laborausrüstung. Der Vollzug steht unter den üblichen Bedingungen, einschließlich behördlicher Genehmigungen.
  • Das übernommene Geschäft mit Mixed-Signal-Produkten ergänzt das Portfolio von Infineon um Lösungen für die medizinische Bildgebung und applikationsspezifische Schaltkreise für Sensor-Interfaces – darunter Detektoren für die Computer-Tomographie sowie Encoder zur Positions-, Winkel- und Geschwindigkeitserfassung in der Industrieautomation und Gebäudetechnik, zum Beispiel bei Messaufnehmern in der Mess- und Regeltechnik sowie bei Ventilsteuerungen in der Prozessautomation.
  • Das erworbene Portfolio im Bereich Positioning & Temperature umfasst Positions-, Temperatur- und kapazitive Sensoren für Anwendungen in der Automobil-, Industrie- und Medizintechnik – etwa bei der Fahrwerkspositionsmessung und Handkontakt-Erkennung am Lenkrad für teilautonomes Fahren, der Winkel- und Positionserfassung in der Robotik sowie der kontinuierlichen Glukosemessung bei Diabetes-Patienten.