15.11.2019

FBDi-Analyse zur deutschen Bauelemente-Distribution von Q3/2019

Der FBDi e.V. hat Zahlen für die deutsche Bauelemente-Distribution vom dritten Quartal 2019 gemeldet. Der Umsatz der im Fachverband organisierten Unternehmen ging demnach um 12,6% auf 808 Millionen Euro zurück. Am stärksten war der Umsatzrückgang bei Halbleitern und im Bereich Elektromechanik, das Segment der Sensoren konnte jedoch abermals zulegen.


Georg Steinberger (Bild: FBDi)

Der Umsatz der im Fachverband Bauelemente-Distribution (FBDi e.V.) organisierten Distributionsunternehmen ging um 12,6% auf 808 Millionen Euro zurück. Die Aufträge schrumpften um 34% auf 674 Millionen Euro. Damit fällt die Book-to-Bill-Rate auf einen historisch niedrigen Wert von 0,83.


Am stärksten litten unter dem Umsatzrückgang die Halbleiter (-13,3% auf 566 Millionen Euro) und die Elektromechanik (-14,6% auf 87 Millionen Euro). Umsätze mit passiven Bauelementen gingen um 8,1% auf 103 Millionen Euro zurück. Stromversorgungen schrumpften um 11,5%, Displays um 13%, Baugruppen und Systeme um 10,9%. Sensoren dagegen wuchsen erneut, dieses Mal um 8,7%.


An der Marktverteilung änderte sich nichts: Halbleiter 70%, Passive 13%, Elektromechanik 11%, der Rest kam zusammen auf 6%.



Kommentar

FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger: „Der erwartete Umsatzrückgang im Sommerquartal ist leider etwas stärker ausgefallen. Ein solches Minus zeigte sich zum letzten Mal in der Zeit der Bankenkrise von 2008. Tendenziell blicken wir auf eine Mischung von drastisch reduzierten Lagerbeständen, Übervorsicht bei der Planung (getrieben durch die makroökonomischen Verunsicherungen) und konjunkturelle Bremsspuren in den Zielmärkten unserer Kunden. 2019 droht damit ein zweistelliges Minus in unserer Branche.


“Ein großes Problem identifiziert Steinberger in der übergroßen „deutschen“ Skepsis: „In keinem Land Europas oder keinem der OECD Länder ist die Stimmung so mies wie in Deutschland, obwohl die Konjunktur bei weitem noch nicht so schlecht ist.“ Von Januar bis Oktober sei der PMI (Production & Manufacturing Index von IHS Markit) von gut 50 auf 41,7 Punkte gefallen – 50 gilt als Schwelle zwischen Abschwung und Aufschwung.


Selbst in einem krisengeplagten Land wie Italien sei die Stimmung weitaus besser. Oder in Großbritannien. Steinberger: „Man könnte fast meinen, der Brexit findet in Deutschland statt.“ Zudem ist Deutschland derzeit nicht sehr innovativ im Umgang mit einer klimagerechteren Infrastruktur. „Die Energiewende, ein möglicher Technologietreiber, hat seit 2011 nicht nur nicht stattgefunden, sondern wird regelrecht verhindert. Das hilft der deutschen Hightech-Industrie nicht, Klimaziele werden verfehlt und Deutschland droht den Anschluss in punkto Umweltschutz zu verlieren.“


Wenigstens für die Bauelementebranche sieht der FBDi nach Meinung von Steinberger Lichtblicke: „2019 ist sicherlich schlechter ausgefallen als erwartet, aber wir rechnen – aller Skepsis und der politischen Lähmung zum Trotz - mit einem positiven Trend im nächsten Jahr und einer Rückkehr zu alter Stärke in 2021. Der Aufschwung beginnt im Kopf.“


 


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