FBDi-Analyse zur deutschen Bauelemente-Distribution 2019

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Der FBDi e.V. hat Zahlen für die deutsche Bauelemente-Distribution vom vierten Quartal 2019 gemeldet. Demnach ging der Umsatz in den drei letzten Monaten 2019 um 20% zurück. Im gesamten Jahr war der Distributionsumsatz 7,2% geringer als im Vorjahr 2018.



Im vierten Quartal 2019 verzeichnete die deutsche Bauelemente-Distribution den stärksten Auftrags- und Umsatzrückgang seit Jahren. Der Umsatz der im FBDi organisierten Distributions-Unternehmen ging um 20% auf 696 Millionen Euro zurück. Die Aufträge verringerten sich um 25% auf 651 Millionen Euro. Die Book-to-Bill-Rate verbesserte sich leicht auf 0,93.

Zahlen für einzelne Produktsegmente

Es waren alle Produktsegmente von einer ähnlichen Entwicklung betroffen. Die Halbleiterumsätze schrumpften um 20,8% auf 495 Millionen Euro, passive Komponenten gingen um 20% auf 84 Millionen Euro zurück, die Elektromechanik rutschte um 17,7% auf 74 Millionen Euro ab.

Stromversorgungen reduzierten sich um 16,3%, Displays um 16,6%, Sensoren um 14,5%, und Baugruppen und Systeme um 9,8%. Die Marktverteilung blieb nahezu gleich: Halbleiter 71%, Passive 12%, Elektromechanik 11%, der Rest kam zusammen auf 6%. Im Gesamtjahr 2019 sah die Situation laut FBDi relativ moderat aus: Der gesamte Distributionsumsatz ging um 7,2% zurück (auf 3,34 Milliarden Euro), die Aufträge dagegen um 25% auf knapp 3 Milliarden.

Kommentar

FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger kommentiert die Entwicklung: „Überraschend im vierten Quartal ist nicht der Rückgang an sich, sondern die doch recht hohen -20%. Es mag beruhigend sein, dass das Gesamtjahr im Rahmen der Erwartungen – oder sogar leicht drüber blieb, aber die Aussichten für 2020 bekamen dadurch nicht gerade neuen Schwung.

Was den Ausblick deutlich erschwert, ist der Ausbruch des Corona-Virus in China und die möglichen Einflüsse auf die Lieferkette. Selektive Knappheit von elektronischen Produkten und Vorprodukten ist nicht auszuschließen.“ Einen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung hat sicherlich der Neustart der Produktion in China, der sich nach Ansicht Steinbergers in diversen Produktsegmenten weiter Richtung März verschiebt: „Die Gesundheit und Sicherheit der Menschen in China und anderswo hat absoluten Vorrang, deshalb ist es angesagt, den Betroffenen die größtmögliche Unterstützung angedeihen zu lassen. Was die Lieferkette betrifft, wäre unsere Empfehlung zu sprechen, zu planen und nicht in Panik zu verfallen.“

Zur Stimmungslage in Deutschland ...

meint Steinberger: „Der PMI (Production & Manufacturing Index von IHS Markit) hat sich zwar im Januar von seinem historischen Tief von 41,7 Punkten auf 45,3 verbessert, liegt damit aber noch weit entfernt von einem optimistischen Ausblick, und deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Deutschland ist der Pessimismus-Weltmeister.“