Deutsche Elektronikdistribution wächst im zweiten Quartal 2026 um 25,5%

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Wie hat sich die Elektronikdistribution in Deutschland im zweiten Quartal 2026 entwickelt? Dazu liefert der FBDi aktuelle Zahlen, die ein Umsatzwachstum von 25,5% gegenüber dem Vorjahresquartal zeigen. Außerdem gibt es positive Entwicklungen beim Auftragseingang.



Laut FBDi e.V. hat die Elektronikdistribution in Deutschland im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,0 Mrd. Euro erzielt und damit das Vorjahresergebnis um 25,5% übertroffen. Auch der Auftragseingang entwickelte sich positiv und erreichte in manchen Produktsegmenten ein Plus von 113,3 % gegenüber Q2/2025.


Marktentwicklung nach Produktgruppen (Vergleich Q2/2026 zu Q2/2025)

Halbleiter: 642,4 Mio. Euro Umsatz (+29,9%), der Auftragseingang erhöhte sich um 162% auf 1,1 Mrd. Euro.

Speicherbauelemente: 151 Mio. Euro Umsatz (+232,1%), der Auftragseingang stieg um 751% auf 373,6 Mio. Euro, das Book-to-Bill-Verhältnis erreichte 2,47. Der FBDi führt die Entwicklung unter anderem auf die weltweite Nachfrage nach Speicherprodukten für KI-Anwendungen sowie auf Kapazitätsengpässe und steigende Preise zurück.
 

Segment IP&E: 322,3 Mio. Euro Umsatz (+11,8%), der Auftragseingang wuchs um 29,6

  • Passive Bauelemente: 139,2 Mio. Euro Umsatz (+16,5%), der Auftragseingang nahm um 53,6% zu. Bei MLCC verzeichnet der Verband erste Anzeichen einer Verknappung.
  • Elektromechanik: 150,5 Mio. Euro Umsatz (+20,7%), der Auftragseingang erreichte 176,0 Mio. Euro und lag damit 43,6% über dem Vorjahreswert.


Insgesamt sieht der FBDi im Segment IP&E ein robustes, nachhaltiges Wachstum, das stärker auf realen industriellen Anwendungen basiert und weniger von globalen Spekulationszyklen beeinflusst wird.


Ausblick

Laut FBDi steht der Boom steht auf wackligen Füßen: Die Lage bleibe geprägt von kapazitätsbedingten Verfügbarkeitsrisiken, fragilen Lieferketten, einem globalen Halbleitermarkt, der laut WSTS im Mai 2026 um 104% gegenüber dem Vorjahresmonat gewachsen ist, sowie einer dramatischen Preisentwicklung im Memory‑Segment, die unmittelbar auf den DACH‑Markt durchschlägt.“

Die starken Auftragseingänge lassen die Prognosen für 2026 deutlich steigen und signalisieren eine spürbare Erholung der Nachfrage. Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld fragil: Geopolitische Spannungen, volatile Lieferketten, steigende Energie‑ und Rohstoffkosten erschweren die Planungssicherheit.

Dennoch sieht die Elektronik als Querschnittsbranche neue, substanzielle Wachstumschancen. Die Nachfrage nach KI‑Infrastruktur steigt dynamisch, ebenso die Investitionen in Defense‑ und Aerospace‑Programme. Die Energie‑ und Mobilitätswende schafft zusätzliche Impulse für Leistungselektronik und Systemtechnik. Systemintegration gewinnt an Bedeutung, da Unternehmen verstärkt nach ganzheitlichen Lösungen suchen.   


Kommentar von Andreas Falke, Geschäftsführer FBDi e.V.

„Die Umsatzentwicklung und Stärke der „Bookings“überrascht wenn man die Wirtschaftsnachrichten aus Industrie mit dem Auftragseingang abgleicht. Ein großer Teil dieses Wachstums scheint somit getrieben von massiven globalen Preissteigerungen einzelner Segmente, Bestandsaufbau und nicht von realer Endnachfrage. Die Sorgen über Verfügbarkeit und Resilienz der Lieferkette sind wieder groß. Globale Instabilität, globalisierende Konflikte und unklare Energiemärkte schaffen Unsicherheit. Das zugrunde liegende Wachstumspotenzial Europas bleibt stärker an industrielle Anwendungen gebunden als an die KI‑getriebenen Nachfragewellen in den USA und Asien. Das macht unsere Nachfrageentwicklung stabiler, aber wir bleiben aufgrund unserer Abhängigkeiten insbesondere bei Energie auch weiterhin anfällig für externe Schocks.“