Deutsche Bauelemente-Distribution mit 43% Umsatzwachstum in Q2/2022

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Der FBDi e.V. hat Zahlen zu den Ergebnissen der deutschen Bauelemente-Distribution im zweiten Quartal 2022 vorgelegt. Sie dokumentieren ein Umsatzplus von 43% und anhaltend hohe Auftragseingänge.



Im zweiten Quartal 2022 hat die deutsche Bauelementedistribution (die an den FBDi meldenden Distributoren) einen Umsatz von 1,12 Milliarden Euro erzielt und damit das Vorjahresergebnis um 43% übertroffen.

Der Auftragseingang stieg um 21% auf 1,71 Milliarden Euro. Er war damit annähernd so hoch wie in Q1/2022. Die Book-to-Bill-Rate hat das absolute Rekordniveau des letzten Jahres verlassen, bleibt mit 1,52 dennoch weiter über „Normal“.

Das erste Halbjahr 2022 endete mit einem Umsatz von knapp 2,3 Milliarden Euro und Neuaufträgen im Wert von knapp 3,5 Milliarden Euro.


Umsätze im zweiten Quartal 2022 (im Vergleich zu Q2/2021)

  • Halbleiter: 756 Mio. Euro (+47%)
  • Passive Bauelemente: 135 Mio. Euro (+34,7%)
  • Elektromechanik (mit Steckverbindern): 139 Mio. Euro (+28,4%)
  • Stromversorgungen: 44 Mio. Euro (+42%)
     

Weitere Produkte wie Stromversorgungen, Sensoren, Displays und Baugruppen & Systeme bewegten sich zwischen +31% (Baugruppen) und +75% (Sensoren).

Deutlicher als bei dem Umsätzen fielen die Unterschiede bei den Auftragseingängen aus: Halbleiter + 26%, Passive -2,3% und Elektromechanik +10,4%. Allerdings war hier laut FBDi die Vergleichsbasis von 2021 wesentlich höher als beim Umsatz.


Anteile am Gesamtumsatz (Q2/2022)

  • Halbleiter: 68%
  • Passive Bauelemente: 12%
  • Elektromechanik: 12%
  • Stromversorgungen: 4%
  • Sensoren, Displays, Baugruppen & Systeme: 4%

 

Kommentar vom FBDi-Vorstandsvorsitzenden Georg Steinberger

„Was am zweiten Quartal am meisten überrascht, ist die Tatsache, dass der Auftragseingang bis jetzt weiterhin drastisch über einem gesunden Maß liegt. Traditionell beginnt der Markt ab einer Book-to-Bill-Rate von 1,2 von Knappheit zu sprechen, wir verharren seit Anfang 2021 bei über 1,5. Differenzierter betrachtet, sieht man jedoch schon Normalisierungstendenzen bei fast allen Produktbereichen außerhalb der Halbleiterbauelemente.

Was das für das weitere Jahr bzw. für nächstes Jahr heißt, darüber kann man trefflich spekulieren – die Wetten über eine Abbremsung schon in diesem Jahr bzw. eine sich fortsetzende strukturelle Knappheit bei einzelnen Produktsegmenten bis ins nächste Jahr laufen bereits.

Die horrende Inflation, die Energiepreisentwicklung samt drohender Knappheit, der anhaltende Krieg in der Ukraine und die wachsenden Spannungen zwischen China und dem Westen demolieren die allgemeinen Wachstumsaussichten erheblich und werden ihre Spuren auch in unserem Markt hinterlassen, wenn sich die großen Wachstumsmöglichkeiten wie Digitalisierung, E-Mobility, 5G, Erneuerbare Energien und Investments in die gesamte öffentliche und private Infrastruktur aufgrund von fehlenden Finanzmitteln nicht oder nicht so schnell realisieren lassen.“

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