Sensorik für sensible Robotergreifer

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG SENSORIK

Am Institut für Intelligente Systemtechnologien der Uni Klagenfurt wurde in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern ein taktiler Sensor entwickelt, der Robotergreifer sensibler macht.



Die Technologie mit dem Namen CapTac misst nicht nur Druckkräfte, sondern auch Scherkräfte – also seitlich wirkende Kräfte, die auftreten, wenn ein Objekt zu rutschen beginnt.


Wozu braucht man das?

In der Industrie sind Greifer weit verbreitet, Sie sind robust, aber wenig feinfühlig, was beim Umgang mit empfindlichen, zerbrechlichen oder schwer zu fassenden Objekten problematisch sein kann. Dann müssen Kontaktflächen und -kräfte erfasst werden, da sie grundlegend für sicheres Greifen und stabile Kontakte sind.


Wie funktioniert das?

Die Sensortechnologie CapTac erfasst die Verteilung von Normal- und Scherkräften auf der Greiffläche. Dadurch kann ein Roboter erkennen, ob ein Objekt zu rutschen beginnt oder ob es zu stark gedrückt wird – und entsprechend gegensteuern. Zum Einsatz kommt ein austauschbares, drahtloses kapazitives taktiles Sonsorarray. Das Herstellungsverfahren basiert auf leitfähigen, flexiblen Elektroden, die in eine Silikonmatrix eingebettet werden. Das heißt, die Finger des Greifers sind weich. Kapazitive Sensoren erfassen die Verformung des Silikons, wodurch Rückschlüsse auf die Kontaktkräfte möglich sind.

Das System kann außer in weichen Roboterfingern auch an anderen Teilen des Roboters verwendet werden. Die Sensorpads können ausgewechselt werden, die Datenübertragung erfolgt drahtlos und die Technologie ist laut Forschungsteam kostengünstig produzierbar.

Ein englischsprachiger Fachbeitrag dazu kann über den unten angefügten Link gelesen werden (Serkan Ergun, Rishabh B. Mishra, Narendiran Anandan, Tobias Mitterer, Virgilio Mattoli & Hubert Zangl (2026). CapTac: Robust Capacitive Sensing for Distributed Force Mapping in Parallel Robotic Grasping)

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