13.06.2017

Yokogawa: Tragbares Multifunktions-Messgerät mit Touchscreen

Bei dem ScopeCorder DL350 von Yokogawa handelt es sich um ein tragbares Messgerät, das zur Erfassung, Anzeige, Aufzeichnung und Analyse einer Vielzahl elektrischer und physikalischer Signale in Industriebereichen wie Automotive, Elektronik, Energie, Transport und Mechatronik zum Einsatz kommen soll.



Bilder: Yokogawa

Analog zu der bestehenden ScopeCorder-Familie, vereint der DL350 ein Oszilloskop und ein mehrkanaliges Datenerfassungsgeräts in einem tragbaren Transientenrekorder. Der DL350 verfügt über isolierte Eingänge für Messungen bei hohen Spannungen und entsprechende Speicherkapazitäten für Langzeitmessungen über viele Stunden oder Tage sowie einen erweiterten Einsatz-Temperaturbereich.

 

Die Modularität des DL350 erlaubt eine Konfiguration nach unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Sei es eine direkte Spannungsmessung oder ein Signal-Mix, der beispielsweise von Stromzangen, Temperatursensoren, Dehnungsmessstreifen, Beschleunigungsaufnehmern oder seriellen Bussen stammt, der DL350 kann diese Signalarten zeitkorreliert erfassen.

 

Die unterschiedlichen Eingangsarten werden mit zwei Steckplätzen erreicht, welche vom Anwender mit zwei beliebigen Modulen aus 18 verschiedenen Modultypen bestückt werden können. Es sind je nach Modul bis zu 8 isolierte Spannungs-Kanäle mit 1 MS/s oder 4 isolierte Spannungs-Kanäle mit 100 MS/s realisierbar. Unter Verwendung von unterschiedlichen Modultypen lassen sich z.B. vier isolierte Spannungen mit 1 MS/s gleichzeitig mit 16 Temperaturen erfassen. Zusätzlich stehen 2-mal 8-Bit Logikeingänge standardmäßig im Grundgerät zur Verfügung.

 

Yokogawa weist besonders auf die Überarbeitung von drei bestehenden ScopeCorder-Modulen hinsichtlich ihrer Spezifikationen und eine Neuentwicklung eines Temperaturmoduls mit geringem Eigenrauschen und Filtern bis 0,1 Hz um hochfrequente Anteile, z.B. bei Elektromotorenmessungen, zu eliminieren, hin. Das überarbeitete Modul für Effektivwertmessungen in Echtzeit bietet jetzt einen direkten Spannungs-Eingang von 1000 Volt effektiv, mit einer Abtastrate von 1 MS/s.

 

Weiterhin sind nahezu alle bestehenden ScopeCorder Eingangsmodule kompatibel mit dem DL350.

 

Beim DL350 stehen ein Scope-Modus und ein Rekorder-Modus zur Verfügung. Somit haben Anwender, die mit der Bedienung von Linienschreibern vertrauter sind, die Möglichkeit, im Rekorder-Betrieb zu arbeiten. Der Rekorder-Modus ist für kontinuierliche Langzeitaufzeichnungen von bestimmter Dauer und für Einsätze mit spezifiziertem Abtastintervall geeignet. In diesem Modus steht ein Konfigurations-Assistent bereit, der den Anwender durch den gesamten Einrichtungsprozess leitet.

 

Im Scope-Modus wird der DL350 wie ein Oszilloskop mit Funktionen wie kombinierte Triggermöglichkeiten und flexiblem Speichereinsatz bedient. Mit dem History-Speicher werden bis zu 1000 getriggerte Ereignisse im internen Speicher automatisch abgelegt, so dass sich die Ursachen und Auswirkungen von Fehlerereignissen analysieren lassen.

 

Anwender haben die Wahl zwischen einer einfachen Triggerung oder erweiterten Triggermöglichkeiten wie Pulsbreite, Periode und Triggerkombinationen über mehrere Kanäle. So ist z.B. der "Kurvenfenster-Trigger" (Wave Window Trigger) für die Überwachung von Wechselspannungen geeignet und ermöglicht die Erfassung von Spannungsabfällen, Überspannungen, Spitzenwerten, Phasenverschiebungen oder Dropouts (40 Hz bis 1000 Hz). Anschließend bietet die Funktion "Aktion bei Triggerung" die Möglichkeit, z.B. die Messdatei automatisch zu speichern oder eine E-Mail im Fehlerfall zu senden.

 

Bis zu 5 GWorte pro Steckplatz können direkt auf einer SD-Karte abgelegt werden. Dadurch ist der DL350 für eine kontinuierliche Datenaufzeichnung von bis zu 50 Tagen von Langzeitbetrachtungen einsetzbar. Um kurze transiente Ereignisse, z.B. Überlagerungen bei Umrichtersignalen zu erfassen oder Flanken von Steuersignalen zu messen, steht ein Speicher für 100 MWorten pro Steckplatz bereit.

 

Eine Neuheit bei Yokogawa im Bereich der Oszilloskope und ScopeCorder ist der resistive 8,4-Zoll-Touchscreen. In Umgebungen mit hohen elektrischen Störsignalen, z.B. bei Motoren und Umrichtern, bleibt die Messgenauigkeit und Bedienbarkeit gewährleistet. Darüber hinaus ist es auch möglich, das Gerät mit Handschuhen oder einem Eingabestift zu bedienen. Auch mit ausgeschalteter Hintergrundbeleuchtung und inaktivem Touchscreen hat der Anwender über Tasten noch Zugriff auf Start/Stopp, manuelle Triggerung und Datenspeicherung.

 

Der DL350 bietet je einen Eingang für einen externen Takt, die Steuerung für Start/Stopp sowie für die externe Triggerung, so dass z.B. ein Drehwinkelsensor oder eine Gradscheibe als Takt zur Analyse der Maschinendrehzahl und Leistung verwendet werden kann.

 

Im Hinblick auf den Einsatz als portables Messgerät, z.B. für die Wartung und Abnahme von Maschinen, wurde eine Leistungsfunktion für Ein- und Dreiphasensysteme integriert. Zusätzlich können für Grundschwingungen von 50 oder 60 Hz die Harmonischen bis zur 40ten Ordnung analysiert werden. Alternativ ist mit der FFT-Funktion eine Frequenzanalyse durchführbar.

 

Der DL350 basiert auf einem Chassis der Größe A4 und wiegt ohne Akku 2,6 kg. Bei einer Voll-Bestückung mit Akku und zwei 4-Kanal-Modulen wiegt der ScopeCorder weniger als 4 kg. Der Akku ist für einen kontinuierlichen Betrieb von drei Stunden geeignet.


 


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