09.11.2017

Spectaris-Prognose für die Medizintechnik 2017/2018

Der Branchenverband Spectaris erwartet für die Medizintechnik-Branche für das Jahr 2017 ein Umsatzplus von knapp 5 Prozent, so dass erstmalig die 30-Milliarden-Euro-Marke überschritten werden könnte. Auch für die Beschäftigtenzahl weisen die Prognosen einen Zuwachs aus. Es wird erwartet, dass die Anzahl der Mitarbeiter um knapp zwei Prozent auf 135.000 ansteigen wird.


Für 2018 wird mit einem erneuten Umsatzplus von ebenfalls etwa 5 Prozent gerechnet. Die rund 1.260 Betriebe mit jeweils mehr als 20 Beschäftigten würden dann einen Umsatz von rund 32 Milliarden Euro erwirtschaften. Inklusive Kleinstbetriebe zählen etwa 12.500 Unternehmen mit über 200.000 Mitarbeitern zur deutschen Medizintechnikindustrie.



Die Exportquote ...

von derzeit knapp 64 Prozent verdeutlicht die Bedeutung des internationalen Geschäfts. Die wichtigste Zielregion der deutschen Medizintechnikexporte ist die Europäische Union, auf die mehr als 40 Prozent der branchenrelevanten Ausfuhren entfallen. Zusammen mit den Exporten in das restliche Europa werden mehr als die Hälfte aller Ausfuhren medizintechnischer Güter ins europäische Ausland ausgeführt.




Grafik: Spectaris


Auf die Regionen Nordamerika und Asien entfallen jeweils knapp 20 Prozent der Exporte. Die Nachfrage aus den USA ist dabei aktuell leicht positiv. In Russland scheint der Krisenboden erreicht zu sein, die deutschen Exporte gen Osten legen wieder zu. Von besonderer Bedeutung ist das Geschäft in China. Die Exporte dorthin haben sich seit 2010 mehr als verdoppelt und belegen inzwischen Platz 2 des Länder-Rankings. Setzt sich dieses Wachstum fort, ist davon auszugehen, dass die Volksrepublik China die Vereinigten Staaten perspektivisch als wichtigstes Zielland der deutschen Medizintechnikausfuhren ablösen wird.



Schwerpunkt Digitalisierung

Der aktuell größte Einflussfaktor für die Branche ist die Digitalisierung. Das Spektrum reicht dabei vom vernetzten Krankenhaus und OP-Saal, Big Data, Telemedizin oder einer individualisierten Medizintechnik und dem 3D-Druck von Medizintechnik über Computer-assistierte Interventionen und Robotik bis hin zu Feedback-gekoppelten oder diagnostischen Implantaten. Firmen, die in diesen oder ähnlichen Feldern aktiv sind, profitieren vom Branchenwachstum in einem überproportionalen Maß.



Prognose für den Weltmarkt

Die Marktforscher von EvaluateMedTech prognostizieren für die kommenden Jahre ein jährliches Wachstum des Weltmarktes für Medizintechnik in Höhe von rund 5 Prozent, die Marktgröße soll in 2022 einen Wert von etwa 530 Mrd. USD erreichen. Es ist zu erwarten, dass die deutsche Medizintechnik von dieser Entwicklung mindestens proportional profitieren wird.


 


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